
Unter diesem Motto betreiben wir in Leipzig auch Fort- und Weiterbildung bei Kampfsport International (KI). Nicht nur unsere Trainer bilden sich sportlich weiter, auch alle Vereinsmitglieder sollen gerne in anderen Vereinen und Gyms Eindrücke und Erfahrungen sammeln und ins KI-Training einbringen. Oft verbinden wir dies mit der Vorstellung von KI und seinen Leitlinien.
Am 19. Februar besuchte in diesem Sinne unser Trainer Jörg ein Seminar mit Sebastian Otto in der Kampfsportschule Leipzig. Sebastian ist in Halle an der Saale geboren, 42 Jahre alt und wurde kurz vor der Wende eingeschult. Seit Kindheit ist er Ringer mit langjähriger Bundesligaerfahrung, außerdem BJJ Black Belt und IBJJF Weltmeister, mit Trainer-Team Erfahrung unter anderem mit UFC-Kämpfern. Zwei Stunden unterrichtete er rund um den Single-Leg-Takedown - also wie man ihn vorbereitet, richtig setzt, finished und wie man sich gegen ihn verteidigt. Für alle Sportlerinnen und Sportler, die lieber im Stehen kämpfen, sei kurz erklärt worum es beim Single Leg (deutsch: ein Bein) geht. Man greift sich ein Bein des Gegners, kontrolliert es und schmeißt den Gegner zu Boden. Die letzte halbe Stunde wurde das gelernte im Sparring erprobt.
„Ich kannte Sebastian bisher nur von Instagram“, erzählt Jörg über den Abend. „Dort habe ich gesehen, dass in seiner Trainingshalle auch Werner Seelenbinder, der berühmte kommunistische Olympia-Ringer. Er wurde von den Hitler-Faschisten aufgrund seiner Widerstandstätigkeit 1944 ermordet. Ich hatte Sebastian deshalb die Seelenbinder-Biografie »der Stärkere« mitgebracht. Umsonst, denn er lachte und sagte: ‚Das Buch kenne ich schon. Das habe ich zu meiner Einschulung bekommen, weil ich damals schon gerungen habe.‘ Ich erzählte ihm, dass ich seit meiner Jugend die politische Einstellung mit Werner Seelenbinder teile, aber erst seit einigen Jahren auch dessen sportliche Leidenschaft für das Ringen bzw. Bodenkampf. Am nächsten Tag schrieb Sebastian, dass er es prima fand, das Buch auf der Matte zu sehen: 'Habe es mir heute gleich fürs Wochenende mal wieder zurecht gelegt.'
Auf jeden Fall ein anregender und lehrreicher Abend mit einem sympathischen Coach (Spitzname Coach Otto). Sein Motto auf der Homepage »Liefern statt Labern«. Deswegen ein Warnung an alle KI-Freundinnen und Freunde: passt auf wo ihr euer Bein hinstellt, wenn wir das nächste Mal auf der Matte stehen ![]()
Auf dem Foto: Sebastian Otto (erste Reihe vierter von links), Aron Schneider, Leiter der Kampfsport Schule Leipzig (zweite Reihe dritter von rechts), Rodrigo Cinto, Headcoach BJJ in der Kampfsportschule Leipzig (erste Reihe dritter von rechts), Oskar Sennwald - Funky Monkey, Vize-Weltmeister im IMMAF-Amateur MMA (erste Reihe ganz rechts) und Jörg Weidemann von Kampfsport International (zweite Reihe vierter von rechts)